Eine mobile Mini-Kirche im Lyoner Quartier

Mitten in Niederrad steht seit Dezember eine Tiny Church.

Eine Kirche auf vier Rädern? Klingt ein bisschen nach einem Spielzeug, aber so etwas gibt es seit einigen Wochen im Lyoner Quartier. Die Tiny Church befindet sich in der Saonestraße und ähnelt nicht ihrem großen Pendant. Die Initiatoren der Tiny Church, die katholischen Pfarrei St. Jakobus und die evangelische Paul‑Gerhardt‑Gemeinde, betonen, man habe bewusst keinen klassischen Kir-chenbau gewählt: Auf nur rund 17m² bietet die Mini-Kirche einen offenen, nied-rigschwelligen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitä-ten – jenseits traditioneller Gottesdienste.

In der schnell gewachsenen Nachbarschaft in Frankfurts jüngstem Quartier fehlte es an Treffpunkten für ungezwungene Begegnungen. Diese Lücke möchte die Tiny Church mit ihrem vielfältigen Programm schließen: von Gesprächen und kulturel-len Angeboten bis zu Andachten und gemeinschaftlichen Aktionen. Der Name und das Konzept orientieren sich am Trend der Tiny Houses – kleinen, meist mobilen Häusern, die minimalistisches und nachhaltiges Wohnen verkörpern und seit eini-gen Jahren weltweit Beachtung finden. Im übertragenen Sinne bringt die Tiny Church diese Idee in den sozialen Raum: Kirche dort, wo Menschen leben und leben wollen.

Trotz ihrer kompakten Größe gibt die Tiny Church einiges her: Im Innenraum fin-den bis zu zwölf Personen Platz, dazu gibt es eine kleine Küche und bald auch ei-nen Stromanschluss. Eine elektrische Fußbodenheizung sorgt für Wärme, und die Isolierung aus Schafwolle hilft, die Energiekosten gering zu halten. So wird aus der Tiny Church ein flexibler, gemütlicher Ort, an dem Menschen zusammen-kommen, sich austauschen und gemeinsam das Quartier erleben können. Die offizielle Eröffnung ist im Frühjahr 2026 geplant.

Bilder: © G. Kurumthottikal / Bistum Limburg